Süßkartoffel – die Frische macht den Unterschied

Eine Süßkartoffel ist keine Kartoffel und auch kein Kartoffelersatz. Sie hat es verdient als Bereicherung unserer Gemüseauswahl erkannt und verwendet zu werden.

Die Süßkartoffeln oder Batate, die wir ganzjährig im Supermarkt bekommen, haben meist eine halbe Weltreise hinter sich. Sie stammen aus Südamerika, Israel und wahrscheinlich bald auch aus China, denn dort werden neben den USA die meisten Süßkartoffeln angebaut. Das schadet ihrer Frische, der Umweltbilanz und auch dem Geschmack.

Wer schon mal den Genuss einer ganz frisch geernteten Süßkartoffel erleben durfte, wird einsehen, dass sie ein saisonales Produkt ist, das von September bis November/Dezember in unsere Küche wandern sollte.

Frische Süßkartoffel

Frische Süßkartoffeln haben eine ganz dünne Haut, die man nur abschrubben und nicht schälen muss. Man kann sie roh, halbroh oder gar essen. Sie schmecken deutlich rübig und haben gerade ungekocht eine feine, feste Konsistenz. In den Ursprungsländern wird auch das Grün der Süßkartoffel gegessen. Es wird wie Spinat gedünstet und ist aber bei uns nur dann zu bekommen, wenn man Süßkartoffeln im eigenen Garten anbaut….

Um sie haltbar(er) zu machen – also statt 2 Wochen vielleicht 2 Monate – müssen die geernteten und von der Erde grob befreiten Süßkartoffeln 14 Tage bei 24 Grad trocknen. In dieser Zeit scheint sich auch die Schale zu verhärten und ihr habt schließlich das bekannte Produkt aus den Supermärkten. Wobei – es ist ganz sicher noch frischer 😉

Der Anbau der Süßkartoffeln ist bei uns möglich. Im Gewächshaus natürlich einfacher, weil sie sehr Kälteempfindlich ist.

Süßkartoffel oder Kartoffel

Beide sind nur entfernt verwandt und gehören botanisch zu den „Nachtschattenartigen“(Solanales). Die Süßkartoffel zählt zu den „Windengewächsen“ (Convolvulaceae). Typisch sind Blüten mit fünf trichterförmig verwachsenen Kronblättern und die windende Wuchsform, ober- und unterirdisch.

Kartoffeln sind „Nachtschattengewächse“ (Solanaceae), wie auch Tomaten, Paprika und Auberginen.

Also: greift unbedingt zu, wenn ihr auf dem Markt frische Süßkartoffeln findet!

Rezeptempfehlung Süßkartoffel

Yotam Ottolenghi hat mich erst auf den Trichter gebracht, die Süßkartoffel als eigenständige Genussfrucht zu erkennen. Mit seinem Süßkartoffel-Gratin. Das mir auch gleich ganz nebenbei die Unart ausgetrieben hat, mich nicht genau ans Rezept zu halten – also bei seinen Rezepte. Bei anderen bin ich da weniger streng….

Salat von gebratener Süßkartoffel mit Avocado und Koriander

Salat Süßkartoffel-Avocado

Zutaten

  • 4 Süßkartoffeln
  • 2 TL scharfes Paprikapulver
  • 1 Limette
  • 2 Avocado
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • Olivenöl
  • 1 Chilischote
  • 1 Bund Koriander

Zubereitung

Weil Süßkartoffeln nicht vollständig durchgegart werden müssen, können sie einfach in Scheiben geschnitten, angebraten werden… die „normalen“ vorher schälen, bei den frischen ist selbst das nicht nötig.

Beim Braten in Olivenöl mit Paprikapulver und Salz würzen. Aus Öl, Limette, Chili mit Salz ein Dressing machen. Die Frühlingszwiebeln und Avocado putzen und vorsichtig mit den Süßkartoffeln und dem Dressing vermischen.

Anne

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.