Hauptsache Spinat

Nein, es geht hier nicht um Blubb, sondern richtig feinen Geschmack. Ohne Sahne, ohne Tiefkühlrunde und dennoch ohne großen Aufwand – denn frischer Spinat kann mehr als grünes Püree zu Spiegelei 😉

Viele Menschen schrecken vor der Zubereitung von frischem Gemüse zurück – zu aufwendig und rätselhaft die Vorbereitung, zu ungewiss und langwierig das Ergebnis. So die Begründung. Die Industrie unterstützt den Trend zu Tiefkühlkost und Fertigprodukten. Damit ist schließlich viel Geld zu verdienen…

Spinatpflanzen

Spinat wird hierzulande zweimal im Jahr gesät und geerntet. Er liebt kurze Tage und bildet im Frühjahr und Herbst schnell viele Blätter. Im Sommer beginnt er schnell zu blühen und vernachlässigt die Blätterproduktion.

Wer Spinat im zeitigen Frühling haben möchte, sät bis spätestens Ende September. Dieser Blattspinat ist etwas dunkler und fester.

Spinat

Früher war Spinat eines der ersten frischen Frühlingsgemüse und verdrängte ähnliche Gemüse wie Gartenmelde, Guter Heinrich und Mangold.

Es gibt etwa 50 unterschiedliche Spinatsorten, doch im Handel wird das nicht deklariert. Leider. Denn jede Sorte hat, wie bei Kartoffeln, Kirschen – ach einfach bei allem – spezielle Eigenschaften. Es geht um Form, Farbe, Größe, Geschmack, aber auch Boden, Wetter, Jahreszeit. Grundsätzlich unterscheidet man spitzsamigem und rundsamigem Spinat. Spitze Samen deuten auf Wildformen, in der Zucht wurde auf rundsamige, einhäusige Sorten gesetzt, um die Verarbeitung zu erleichtern und den Ertrag zu erhöhen.

Weibliche Spinatpflanzen bilden mehr Blätter und werden daher im Anbau bevorzugt. Man erkennt sie durch die Samen in den Blattachsen. Männliche Pflanzen bilden Scheinähren an den Blattenden. Aber das sieht man natürlich nur, wenn man die Pflanzen blühen lässt…

Blattspinat – der Frühe

Spinat roh zu essen ist keine spinnerte Idee der Rohkostfraktion, sondern gelebte Genuss-Salat-Kultur. Denn im Gegensatz zum häufig geschmacksneutralen Blattsalat, haben die jungen Blätter des Spinats kulinarisch durchaus was zu erzählen.

Blattspinat

Sie werden, wie auch junge Mangoldblätter einfach verlesen (dabei sortiert ihr nicht so schöne Blätter aus, schneidet festere Stiele ab), gewaschen, abgetrocknet – und fertig.

Blattspinat harmoniert mit Spargel, Erdbeeren, jungen Kartoffeln – aber auch mit Mozzarella und Roter, Gelber, Bunter Bete. Oder macht doch mal Pesto aus den jungen Blättern 😉

Wurzelspinat – der Späte(re)

Da ist schon deutlich mehr Spinat dran. Aber lasst euch nicht täuschen – beim Erhitzen fällt er extrem zusammen. Diese Spinatbüschel bekommt ihr vom Spätsommer bis in den Winter hinein.

Trennt die Blätter von den Stielen. Und die Stiele von den Wurzeln. Nun sind die einzelnen Teile leichter zu waschen.

Die Blätter solltet ihr kurz blanchieren – so reduziert ihr die Oxalsäure und erhaltet das knackige Grün. Die Stiele einfach würfeln, anschmoren und später wieder dazu geben. Werft sie nicht weg! Auch den Stiel vom Brokkoli oder das Grün von Radieschen, Roter Bete, Kohlrabi… es macht rund die Hälfte des frischen Gemüses aus und bietet viel Geschmack.

Wurzelspinat
Spinat wächst um einen Mittelpunkt- als Rosette. Wenn man nur die äußeren Blätter überm Boden abschneidet, bilden sich wieder neu.

 

Anne
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