Eichsfelder Schmand – eine kulinarische Besonderheit

Und da denkt Frau, sie weiß worauf sie sich einlässt… Schmand. Klar – kenn ich doch.

Oder vielleicht doch nicht? Denn wenn ich da genau hinschaue und schmecke, mit dem mir bekannten hat der Eichsfelder Schmand mal so gar nichts zu tun: zu wenig fest, zu wenig sauer, zu wenig schmandig.

Dabei stolpert man hier wirklich ständig über ihn: Eichsfelder Schmand zur Wurst, zum Gehackten, auf der Stulle, auf dem Kuchen – natürlich gibt es einen echten „Eichsfelder Schmandkuchen“ – oder man findet ihn als cremigen Dipp.

Seltsamerweise kann mir aber kein Eichsfelder erklären was da drin ist im Schmand. Das er was mit Milch und Butter zu tun hat, dass es Süß- statt Sauerrahm ist – aber wie genau… keine Ahnung. Na ja, schließlich kann man den Schmand hier vor Ort auch einfach kaufen – aber am Ammersee???! Da nicht. Oder ich zahle für ein 190 Gramm Päckchen im Internet 6,60 Euro.

Also rein in die Küche und ausprobiert 😉 – denn auch wenn ich bereit bin für gute Zutaten wie Butter auch gut zu zahlen – ein Kilopreis von knapp 35 Euro ist mir einfach zu viel.

Eichsfelder Schmand – nach Anne-Art

Natürlich startet ich nicht mit Rohmilch, sondern mit Butter und Sahne. Sonst traue ich mir nicht zu, den richtigen Grad an Flüssigkeit (und Fettgehalt) zu erreichen und außerdem sind dies zwei Ausgangsprodukte, die ich habe und gut bekomme 😉

Erster Versuch:

100 g Biobutter (natürlich Süßrahm) sollen sich mit 200 ml Sahne vermählen. Erst schlage ich die Butter cremig, dann gebe ich die Sahne dazu. Das Verhältnis stimmt, aber die Butter kugelt sich ein und auch das Streichen durch ein feines Sieb bringt nicht die gewünschte Konsistenz. Geschmacklich bin ich auf dem richtigen Weg.

Zweiter Versuch:

100 g Butter in einem Topf vorsichtig zum Schmelzen bringen. Leicht abkühlen und 200 ml Sahne dazu geben, beides gut verrühren… leider setzt sich die Butter auf der Oberfläche ab. Wenn ich sie wieder einrühre, wird es schon deutlich besser als im ersten Versuch – aber es ist doch leicht grisselig.

Dritter Versuch:

Diesmal andersrum – ich koche die Sahne auf (na ja – nicht kochen – aber kurz davor) und gebe die Butter zu. Verrühren und vollständig abkühlen lassen. Und – Butter und Sahne sind wieder getrennt…

Tja – war nicht so wie geplant. Aber ich habe mit allen drei „verunglückten“ Versionen gebacken (schließlich sind Butte und Sahne im Ofen ja wieder vereint) und es hat super geschmeckt. Was ich damit nicht machen kann, sind die Dipp und Stullenvarianten. Aber warten wir es mal ab, vielleicht fällt mir ja doch noch ein Weg ein, den Eichsfelder Schmand zu einem Ammersee Schmand zu machen 😉

Schmandkuchen

Auch hier musste ich ein wenig kreativ sein, denn an ein Originalrezept bin ich nicht gekommen. Also wenn ihr eines habt, freue ich mich sehr über einen Kommentar 😉

Hefeteig

  • 500 g Mehl
  • 30 g Hefe
  • 80 g Zucker
  • 1/4 l lauwarme Milch
  • 100 g Butter
  • mit je einer Prise Salz, Zimt und Muskat (darauf bestehen die Eichsfelder Hausfrauen)

Die Hefe in der Milch mit dem Zucker vorgehen lassen. Wenn sich Inseln bilden, kommen das Mehl und die in Würfel geschnittene Butter und die Gewürze dazu. Kneten, bis sich der Teig vom Rand löst.

Abgedeckt rund eine Stunde gehen lassen. Das Volumen sollte sich deutlich erhöhen. Je nachdem wie warm es ist, kann es auch schneller gehen. Aber ihr wisst ja – Zeit ist bei mir eine wichtige Zutat und ein Hefeteig ist lebendiges Wesen, das  Zuwendung und Ruhe braucht.

Dann wird der Teig auf einem Backblech mit Backpapier ausgerollt.

Belag

  • 500 ml Milch 
  • 1 Paket Vanillepuddigpulver (also, wenn ihr es euch leicht machen wollt 😉 – wobei mir Eichsfelder Hausfrauen auch erzählt haben, dass sie einfach nur Schmand als Unterlage nehmen… das ist natürlich noch simpler und ich werde es mal ausprobieren
  • 3 EL Zucker
  • Prise Zimt und Muskat
  • 2-3 EL Grieß

Aus den Zutaten einen weichen Pudding kochen und etwas abkühlen lassen.

  • 250 g Magerquark unterheben

Dies Masse auf den Boden streichen. Dann kommt die Entscheidung – Rosinen oder Früchte – beides zusammen hat im Schmandkuchen nichts verloren. Also entweder oder nehmen und auf den Unterbelag legen. Es sollte nicht zu viel sein – also nicht wie beim Erdbeeren oder Pflaumenkuchen… schaut euch das obere Foto an 😉

Ich habe diesmal zwei Handvoll tiefgekühlte Himbeeren genommen und es hätten ruhig ein paar mehr sein dürfen – die Säure der Himbeeren passt super zu diesem cremigen Kuchen.

  • 500 g Eichsfelder Schmand – also mindestens 50 % Fettgehalt im Süßrahmprodukt
  • 2 Eigelb
  • 2 Eiweiß zu Schnee schlagen

Schmand und Eigelb verrühren, den Eischnee unterheben und dann auf den Kuchen geben.

Bei 180 Grad 30 – 40 Minuten backen. Vorsicht, er wird oben schnell dunkel. Vor dem Servieren mit etwas Puderzucker bestäuben.

Etwas mehr Himbeeren wären perfekt gewesen

Weitere Geschichten aus dem Eichsfeld:

Mit freundlicher Unterstützung von Thüringen Tourismus GmbH*, Erfurt, die mich zu einer Pressereise ins Eichsfeld eingeladen haben. 

Mein besondere Dank geht an Mandy Neumann von Thüringer Tourismus GmbH und Ute Morgenthal von HVE Eichsfeld Touristik*.

Echten Eichsfelder Schmand durfte ich bei der Agrargenossenschaft „Am Ohmberg“ eG*, im Klausenhof* und im Landgasthof „Am Westerwald“* probieren und bedanke mich herzlich für die Gastfreundschaft.

*Werbung

Dieser Artikel enthält Links zu Produzenten und persönliche Empfehlungen von mir. Ich bin dafür zwar weder bezahlt noch beauftragt worden, doch da ich Produkte nenne, muss ich dies als Werbung kennzeichnen.

Anne

Kochen und Backen sind meine Leidenschaft und ich helfe dir, den Genuss in deinem Leben zu erhöhen.
Anne

5 Antworten auf „Eichsfelder Schmand – eine kulinarische Besonderheit“

  1. Wir waren bei Freunden in Eschwege und die haben uns „Eichsfelder Schmand“ mitgegeben. So was habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht probiert; einmalig!!!
    würde ihn gerne in unserer Region kaufen (Bad Nauheim). Gibt es irgend ein Bioladen in unserer Nähe?
    Mit freunlichen Grüßen
    Horst Heinle

    1. Keine Ahnung – ich habe hier im Süden noch nichts derartiges entdeckt. Aber wie ich schon schrieb – man kann es teuer im Internet bestellen.

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