Indisch angehauchter Kohl

Wer denkt, dass die große Zeit des Kohls im Winter ist, irrt. Im Frühsommer gibt es die neue Ernte und da lohnt es sich alle mal, dieses überaus gesunde und wandlungsfähige Gemüse auf den Tisch zu bringen.

Mein Mann war sehr enttäuscht, das unser Kohlsalat in Richtung Yoveda gewandert ist – es war einer meiner Beiträge zum Slow Catering der Fünfseenlandgruppe von Slow Food.
So konnte er nur im Verlauf der Herstellung selbige überwachen und immer wieder als versierter Testesser in die Schüssel greifen…

Indischer Kohl mit Datteln, Sprossen und Koriander

1 frischer Kohl – wenn möglich Filder Spitzkraut 😉
etwas Öl
4-6 kleingewürfelte Datteln
verschiedene Sprossen – hier Linsen, Radieschen und Alfaalfa – dazu frische Kresse
1 Bund frischer Koriander
frisch geriebener Meerrettich
ein Knoblauchzehe
gehackter Kümmel
1-2 TL Honig
Meersalz

Den Kohl fein-nudelig schneiden oder noch besser auf einem guten Hobel raspeln.
Mit etwas Öl weich kneten. Das dauert ein wenig – lohnt sich aber unbedingt.
Honig und gepressten Knoblauch dazu, außerdem Meerrettich, gehackten Koriander und die Dattelstücke unterheben.
Mit etwas Salz und Kümmel würzen und alles gut vermischen.
Vorsicht – der Kohl zieht nun Wasser und es ist gut, den Salat ruhen zu lassen (gerne eine gute Stunde) und dann die überschüssige Flüssigkeit abzugießen.
Zum Schluß kommen die Sprossen dazu und der Kohl wird pikant abgeschmeckt …. das war es schon.

Das abgebildete Schälchen enthält übrigens einen ganzen Kohlkopf – und das ist nicht die Schuld meines Mannes, sondern kommt durch das Kneten und den Verlust des Kohl-Wassers.

Filder Spitzkraut

Ein leicht erhöhter Zuckeranteil gegenüber anderen Weißkohlsorten macht das spitze Kraut besonders mild. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erreichte der Anbau auf neunhundert Hektar der fruchtbaren Hochebenen den Fildern, also „Feldern“ südlich von Stuttgart seinen Höhepunkt. Sauerkraut aus Spitzkraut ist auch heute noch eine regionale Delikatesse. Hier am Ammersee findet man die Dosen beim Edeka in Schondorf. Wenn ich nicht selbst Sauerkraut mache, hole ich mein Kraut dort.

Dabei hat Spitzkraut bis auf den Geschmack eher Nachteile – der Strunk ist bis zu dreimal länger als bei runden Kohlköpfen. Und je zarter die Blätter, desto härter der Strunk. Außerdem ist der Kohl druckempfindlich und weil die Köpfe unterschiedlich reifen, muss von Hand geerntet werden.

Doch sind wir mal ehrlich – Geschmack ist nun mal das wichtigste Argument 😉

Anne
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