Gewissens-Bisse – nicht nur wegen des Gemüses

Ein echtes Problem unserer Zeit.
Unserer Gesellschaft.
Unsere Lebenseinstellung.

Meine Ur-Oma hatte es nicht, meine Oma hatte es nicht, meine Mutter hatte es nicht und mein Vater hat es bis heute nicht – aber ich habe es….

Wenn ich eine Suppe koche oder eine Sülze oder etwas vergleichbares plane, stehen sich die beiden Annes im Weg.
Einerseits ist es für den Geschmack unabdingbar, dass ich das Gemüse im Sud mit koche.
Also während einer beträchtlichen Zeitspanne der Hitze preis gebe.
Das ist in meinen Augen enorm wichtig für das Gesamtergebnis. An das ich natürlich hohe Ansprüche stelle.

Anderseits mag ich aber partou kein extrem weiches, verkochtes Grünzeug (auch kein Orangezeug oder welche Farbe dem Gemüse auch immer zu Grunde liegt).
Für mich muss Gemüse – genau wie Pasta oder Risotto – einen gewissen Biss haben.
Nicht mehr roh – aber durchaus knackig sein.

Und das bedeutet, das ich nach dem Kochen nicht weiß, was ich mit dem zerkochten Gemüse machen soll.
Einfach wegwerfen geht natürlich überhaupt nicht…

Verschwendung!

15 Jahre kann ein Schwein bei guter Pflege werden

Unsere Katzen (natürlich vor allem Heinz), die mir sonst völlig uneigennützig aus mancher Klemme helfen, streiken. Sie wollen das labberige Zeug schon mal nicht.

Mein Mann findet es nicht so schlimm, er würde es schon essen.
Seine Mama kocht nur so ;-(

Bei meinem Sohn genügt ein Blick. Er versteht mich sofort.
NIE würde er das essen wollen.

Die einzige Möglichkeit ist pürieren… aber das funktioniert natürlich nicht bei klaren Brühen (die hier im Haus sehr hoch im Kurs stehen. Ohne Gemüse – auch knackiges soll da nicht rein).

Jetzt hat mir jemand die Anschaffung eines Schweines empfohlen.
Das ist doch die Lösung!

Da könnte ich auch einige andere Nahrungsmittel, die das Haltbarkeitsdatum klammheimlich und hinter meinem Rücken überschritten haben, guten Gewissens unterbringen.
Und einigen Freunden Hilfe bei deren Entsorgungsproblemen anbieten. Ich weiß nämlich, dass ich in nicht allein mit meinen Skrupeln bin.

Allerdings habe ich jetzt schon Angst vor den nächsten Problemen, die da auf mich zukommen werden.

Oder glaubt ihr etwa, das ich mit ruhigem Gewissen weiter Fleisch essen mag, wenn wir erst ein Familienmitglied der zauberhaften Gattung Sus scrofa domestica haben ;-)))

Anne
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